Sprecher:innen
(in Reihenfolge der Beiträge)

Antonia Hänsch:
Theater ist nur was für gebildete reiche Leute - zumindest wenn man sich das aktuelle Publikum in Berlin sowie die steigenden Ticketpreise anschaut. Theaterwissenschaftlerin Antonia Hänsch reflektiert über die Barrieren des Theaterbesuchs und was es für mehr Zugänglichkeit braucht. Dabei stellt sie auch die Frage, was mehr im Vordergrund stehen sollte. Das Verstehen oder das Erleben?

Luise Klann:
Luise Klann, geboren 2002, studiert seit 2021 Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation im Bachelor an der Universität der Künste in Berlin. Ihre langjährige Begeisterung für Literatur, Theater, Kunst und Ästhetik konnte sie in unterschiedlichen Projekten umsetzen. Hierzu zählen Film-, Fotografie- und Textarbeiten, die sich vor allem um die Themen Intersektionalität, Feminismus, Ageism und Klasse drehen. Neben dem Studium ist sie als Produktionsassistenz in der Musik- und Veranstaltungsbranche tätig, Tutorin für Kommunikations- und Mediensoziologie und Mitgründerin der Radioshow wedontknowRadio.

Dr. Tina Hartmann:
Nicht nur 500 Jahre alt, sondern auch veraltet ist die Oper! Dennoch kann sich Prof. Dr. Tina Hartmann ihrem Bann nicht entziehen. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin lehrt an der Universität Bayreuth das Fach Literaturwissenschaft berufsbezogen und ist erfolgreiche Opernlibrettistin. In ihrem Beitrag schildert sie, dass wenig inklusive Inhalte von vor hunderten Jahren heute kaum mehr zugänglich sein können. Im Zentrum der Opern stehen meistens die Leben und Taten weißer Männer, sodass Frauen und marginalisierte Gruppen lediglich als Beiwerk rund um die Hauptfigur(en) auftreten. Diese Art der Erzählungen gehen vermutlich auch damit einher, dass der Zugang für weibliche bzw. FLINTA-Komponist*innen noch immer so gut wie nonexistent ist. Oder kennen Sie eine bekannte Opernkomponistin, deren Werke regelmäßig auf den großen Bühnen in Mailand, New York und Sydney aufgeführt werden? Moderne Oper kann dennoch einen wichtigen Teil zum kulturellen Leben beitragen und einzigartige Faszinationen auslösen. Wie, das erklärt Prof. Dr. Tina Hartmann in ihrem Audiobeitrag.

Sabine Trautwein:
Sabine Trautwein ist Verwaltungsleiterin des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz an der Universität der Künste Berlin. In ihrem Beitrag gibt sie Insights zur Organisation der Verwaltung und beschreibt Hürden, Herausforderungen und Chancen für die Prozesse der Verwaltung. Wie können bessere Strukturen etabliert und Abläufe fakultätsübergreifend für die gesamte Universität verbessert werden, sodass bürokratische Zugänge sowohl für Studierende als auch Lehrende angenehmer werden?

Access Kollektiv HAWK:
Im Rahmen eines Studentenprojektes der HAWK Hildesheim erhielten Lena Kloetzing, Marisa Lieber, Lale Gülmez und Theresa Bäcker die Möglichkeit, bei der grafischen Gestaltung von ACCESS mitzuwirken. Durch den interdisziplinären Austausch mit der ACCESS Projektgruppe der UdK entstand ein Konzept, das für den Rundgang auf verschiedene Medien angewendet und erfolgreich realisiert wurde.

Instagram: Theresa Bäcker, Marisa Lieber, Lale Gülme, Lena Kloetzing

Johannes Büttner:
Johannes Büttner hat ein vielfältiges Portfolio geschaffen, welches zum großen Teil umfangreiche Rauminstallationen enthält. Er verhandelt aktuelle und vergangene, spekulative sowie wissenschaftlich fundierte sozioökonomische Themen, wofür er mögliche Zukunftsvisionen auslotet, die auch planetare Krisen berücksichtigen. Dabei vermeidet er es, eine etablierte, kapitalistische Rhetorik zu reproduzieren, die vom Silicon Valley und der Tech-Industrie beeinflusst ist, sondern kontrastiert sie mit subkulturellen Praktiken, verschiedenen Formen von Hacking, Queering, DIY-Praktiken und Forderungen nach Selbstorganisation. Seine Arbeit kontextualisiert den Raum, in dem sie sich entfaltet, und integriert oft Menschen außerhalb der Kunstwelt.

Inspiration und Quellen findet er in aktueller und vergangener subversiver Literatur, politischen Manifesten, dem Cyberpunk-Genre, DIY-YouTube-Tutorials, aber auch in Spiritismus und (urbanen) Mythen. Diese werden alle als Prismen gesehen, durch die größere Behauptungen, welche ideologische und Glaubensbedingungen umgeben, untersucht werden können. Dazu gehören Fragen, wie wir arbeiten und leben können, zeitgenössische Ängste vor Automatisierung und Regulierung sowie eine „kreative Kultur“, in der wir alle Unternehmende sein sollen. Die daraus resultierenden Szenarien oszillieren zwischen Realität und Fiktion. Sie stellen allgemeine Übereinkünfte und Annahmen darüber in Frage, was Realität ist. Wissenschaftliche Systeme und Erzählungen der Realität werden denen der Fiktion und Spekulation gegenübergestellt.

Ein Interview zu seiner Arbeit findet sich hier. Hier kann seine Arbeit Platform in der Mediathek angesehen werden.

Katharina Ahrend:
Als Verband der Berliner Clubszene setzt sich die Clubcommission nicht nur für die Sichtbarkeit der Berliner Clubkultur innerhalb von Politik, Verwaltung und Wirtschaft ein, sondern auch für den Erhalt von kulturellen Freiräumen und für die Förderung von diskriminierungssensiblen Strukturen. Hierfür entstand vor einigen Jahren die Awareness Akademie, die aus dem Bereich Awareness & Diversity der Clubcommission hervorgegangen ist. Ihre Leiterin Katharin Ahrend stellt in diesem Interview aktuelle Projekte vor dem Hintergrund von steigendem Eintrittspreisen und bestehenden diskriminierenden und klassistischen Strukturen vor. Wie kann der Zugang zu clubkulturellen Freiräumen niederschwellig bleiben und wie können diese Räume (noch) diskriminierungssensibler werden?

Ministerium für Mitgefühl:
Durch verschiedene Formate im öffentlichen Raum und in Printmedien vertritt das Ministerium für Mitgefühl seit 2018 die Haltung, dass Mitgefühl eine politische Kraft ist. Mitgefühl und Solidarität müssen politisch und gesellschaftlich mitgedacht werden und Politik und Entscheider*innen sich an den Schwächsten orientieren.

Jede*r kann Ministerin für Mitgefühl sein, denn Mitgefühl ist eine Entscheidung und Haltung. Jede*r Ort, an dem eine Ministerin für Mitgefühl Mitgefühl übt, wird zum Ministerium für Mitgefühl.

Wir sind klasse!:
Zurzeit wird viel über Klasse geredet. Aber wer redet eigentlich darüber? Wir hören viele Akademiker:innen – Handwerker:innen, Angestellte, Arbeiter:innen hingegen hören wir viel zu selten. Daher wollen wir, anstatt übereinander zu reden, in diesem Podcast miteinander reden, und zwar richtig: über Werte, Glauben, Ziele, Lebensphilosophien.Unsere Eltern haben nicht studiert, manche von uns auch nicht, manche doch. Man steckt uns gern in Schubladen, nennt uns „Arbeiterklasse“, „Arbeiterkinder“, „Aufsteiger:innen“ oder „bildungsfern“.Wir sind aber mitnichten fern von Bildung. Mit diesem und einigen anderen Klischees möchten wir in diesem Podcast aufräumen und auf unterhaltsame Weise die Augen auf beiden Seiten öffnen. Welche Werte sind für uns wegweisend, was hat uns stark gemacht, und warum wird häufig eine „niedrige“ soziale Herkunft verschwiegen? Gemeinsam erarbeiten wir Werte, die uns wichtig sind und die uns stark gemacht haben. Wir diskutieren philosophische Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wir wollen Schwellenängste nehmen und zeigen, dass überall nur mit Wasser gekocht wird. Im besten Fall gehen wir danach alle gemeinsam ins Museum oder ins Stadion.Jede:n, der oder die das genauso empfindet, möchten wir einladen, unser Projekt zu unterstützen. Damit wir unsere Arbeit professionell erledigen können und einen allumfassenden, interessanten und auch unterhaltsamen Podcast produzieren können. Informationen zu unserer Crowdfundingkampagne gibt es auf www.startnext.com/wir-sind-klasse und unter www.wirsindklasse.com.
Eine Produktion des raum 4 - netzwerk für künstlerische alltagsbewältigung e.V. gefördert von Fonds Soziokultur, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Sprachspiel.

Dr. Yvonne Griesel: Konzept, Moderation, Projektleitung
Klaus-Dieter Winkler: Projektleitung
Henning Bochert: Konzept und Moderation
Christiane Müller: Produktionsleistung
Lucia Bontjer: Produktionsassistenz, PR
Ribana Schmidt: Grafikdesign, Logo und Webseite

Lucy Fricke:
Mit dem Text “Fischfabrik” als Ausgangspunkt sprechen wir mit Lucy Fricke über ihren persönlichen Werdegang zu einer preisgekrönten Autorin. Darüber, mit welcher Zähigkeit sie den Widerständen trotzte, um sozial aufzusteigen. Und über das Gefühl der Fremdheit in einer Welt des Ruhmes und Wohlstandes, der sie sich nicht zugehörig glaubt. Als sei es bloß ein Ausrutscher, ein vorübergehender Zustand. Mit einem warmen Lächeln spricht sie jedoch auch von den Menschen, die ihr den Weg erleichterten. Ob es der Sozialpädagoge oder der Berater beim Arbeitsamt war – es braucht Menschen, die Türen öffnen und Zugänge gewähren.

Zukunft Erbe:
Unsere künstlerische Darbietung, ein Audiobeitrag, bringt verschiedene Familienmitglieder in einer fiktiven Konversation zusammen. Durch ihre Interaktionen werden unterschiedliche Perspektiven zum Thema Erben eingebracht. Diese Herangehensweise ermöglicht es uns, das komplexe Thema des Erbens in all seinen Facetten darzustellen und für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen. Wir haben uns der Aufgabe gestellt, ein Hörspiel zu erschaffen, dass das Konzept des Erbes analysiert und greifbarer macht. Der Audio-Beitrag kann als Impuls verstanden werden über folgende Anschlussfragen zu reflektieren: Wie kann ich das Erbe nutzen? Welche Chancen & Risiken bringt das Erbe(n) mit sich? Welche sozialen Ungerechtigkeiten repräsentiert das Erbe?  Wie kann das Erbe als Mittel dienen, um soziale Mobilität zu erlangen?

Lilly Marlen Stolze:

"Es gibt unzählig viele Hürden innerhalb aktivistischer Tätigkeiten. Nicht selten lassen sich einige überwinden und die Bewegung samt Anliegen sowie Forderungen vorankommen. Eine besonders große und bedeutsame Herausforderung innerhalb vieler Klimagerechtigkeitsgruppen im deutschsprachigen Raum liegt jedoch in ihrer Zugänglichkeit. Mit diesem wichtigen Thema befasse ich mich als Mitglied der Letzten Generation und zeige hierbei entsprechende Wiedrigkeiten sowie Maßnahmen auf.""

Mehr über die Letzte Generation gibt es hier.

Marion Fabian:

"Zugänglichkeit ist eine grundlegende Voraussetzung für eine inklusive und gerechte Gesellschaft. Von Bildung über Information bis hin zu Ressourcen und Chancen erstreckt sich der Einfluss des Zugangs auf alle Ebenen unseres Lebens. Es ist daher unerlässlich, dass wir uns dieser Frage stellen."

Mehr über die Letzte Generation gibt es hier.

Dr. Işıl Eğrikavuk:
Als wissenschaftliche Mitarbeiterin forscht und lehrt Dr. Işıl Eğrikavuk seit fünf Jahren an der UdK im Bereich Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Ihr Garten- und Kunstprojekt The other garden gründete sie, um auf fehlende Inklusion und Diversität an der Fakultät aufmerksam zu machen. Damit erschuf sie einen Ort Begegnung in der Mierendorffstraße, an Menschen und Pflanzen in ihrem Anderssein zusammen kommen.

Anne-Marie Franz:
Anne-Marie Franz studierte Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg, der Humboldt Universität zu Berlin und der University of Edinburgh. Seit 2010 war sie vornehmlich im Ausstellungs- und Wissenschaftsbetrieb tätig.

Anne-Marie Franz ist seit August 2022 Leiterin der Stabsstelle überfakultäre Veranstaltungen an der Universität der Künste Berlin.

Common Ground:
How do I produce my application portfolio? What do german art academies expect from the portfolio? And how is this complex and sometimes seemingly sublime art academy actually organized bureaucratically? For applicants who have grown up in Germany and have been socialized in the West, the admission process to the University of the Arts can be a complicated affair. What about those who are not from Berlin, who are not from Germany, who know neither the language nor the bureaucratic culture? According to Common Ground, a student-organized initiative, these applicants have a much harder time. That's why Common Ground, which currently consists of the students Vincent Hulme and Forough Absalan, has set out to break down barriers and create programs and formats to help foreign applicants in accessing the University of the Arts.